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Rote Ohren in der Uni

Was macht die Unternehmensberaterin an der Uni Hannover?

Aus einem Interview der Zeitschrift "frauen" 2/99 der Universitäten Hannovers

"... Jemanden ins Gesicht loben?"

Frage: Frau Deutsch, Seit acht Semestern bieten Sie nun schon ihr Seminar "Vortrag und Kommunikation" an der Universität Hannover an. Wiederholt sich das nicht?

Antwort: Nein, jeder Mensch ist anders. In der Zusammensetzung der Gruppe verhält sich der Mensch wieder anders und manche Trainingsschwerpunkte - zum Beispiel Körpersprache von Männern und Frauen, sind mal mehr, mal weniger Thema bei den Studierenden.

Frage: Worin unterscheidet sich ein Training in der Wirtschaft von dem Seminar an der Uni?

Antwort: Ob ein Seminar an der Uni oder für Führungskräfte in der Wirtschaft: Aufwand, Vorbereitung und intensive Beratung sind gleich. Ich habe es mit Menschen zu tun, denen ich rhetorisches Handwerkszeug beibringe und sie lehre, ihre eigenen Stärken und Schwächen zu erkennen. Die Persönlichkeit ist es, die letztlich überzeugt, nicht die schnell erlernten Handgriffe.

Frage: Also keine Unterschiede?

Antwort: Doch, im Preis, in der Neugierde und der Freude, Neues über sich selbst und die eigenen Fähigkeiten zu lernen, in der Unbedarftheit, mit der die Studierenden mangels Führungserfahrung sich Problemen stellen und hitzig diskutieren, wie sie Lob aussprechen. Vor der Gruppe? Ins Gesicht loben, wie es bei Terenz heißt?

Frage: Warum machen Sie sich die Mühe, diese Seminare durchzuführen?

Antwort: Die Universität ist ein Ort des Lernens, hier können Neigungen ausprobiert werden und - im positiven Sinne - Fehler gemacht werden. Die meisten StudienabgängerInnen übernehmen später leitende Aufgaben. So unterschiedlich im Laufe der Jahre die Führungstheorien auch gewesen sein mögen - Erfolg haben Unternehmen, wenn eine flexible Ausgewogenheit zwischen Mensch und Produkt gegeben ist. Führen heißt u.a. gekonnt Zuhören, Einfühlen in Situation und Person. Kommunikationstechniken wie Teamfähigkeiten sind kommunikative Kompetenzen, die im Management gleichwertig neben der Fachkompetenz rangieren.

Frage: Was erwarten die Unternehmen?

Antwort: Ein Unternehmen, das heute einen Menschen frisch von der Uni einstellt, muß i.d.R. 1-2 Jahre in die fehlende kommunikative Kompetenz - auch Sozialkompetenz genannt - investieren. Die Universität liefert die Fachkompetenz und die Unternehmen bilden zusätzlich in Sozialkompetenz aus - dabei könnten die Universitäten sich für die Zukunft im internationalen Wettbewerb profilieren, wenn sie neben Spitzenleistung im Fachlichen auch die kommunikativen Fertigkeiten professionell anböten. Zumal das Management der Zukunft eine große Bereitschaft voraussetzt, Menschen aus verschiedenen Kulturen zu verstehen, sie zu führen - kurz: über nationale Grenzen und Kulturen hinweg zu kommunizieren.

Frage: Welches sind denn Ihre Schwerpunkte?

Antwort: Das Eigenen zu sehen ist schwerer, als die Stärken und Fähigkeiten bei anderen zu erkennen. Ich glaube, daß meine Schwerpunkte in Beratung und Training auch meine Stärken widerspiegeln, also Coaching, Führungskräfteentwicklung für Männer und vor allem für Frauen, Rhetorik und Kommunikation, hierzu gehört Bewerbungstraining, sich einfühlen können und Verhalten und Situationen/ Organisationsentwicklungen analysieren können - das ist wichtig in Beratungen, zum Beispiel bei Karriereplanung für Frauen."

Frage: Was sollen die Studentinnen und Studenten tun?

Antwort: Massenhaft bei ihren Profs professionelle, externe Fachleute aus der Praxis einfordern!

 
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