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Newsletter 01: 10 Königsregeln der Überzeugung


6. Königsregel: Visitenkarte des Redners: Sprache, Melodie und Rhythmus

Sprecherische Merkmale

  • Melodie: Moduliert; Heben und Senken
  • Lautstärke: Eher lauter als normal
  • Tempo: Eher langsamer als normal, dabei rhythmisch
  • Abwechslung: Betonung und Unterstreichung des Inhaltes durch Wechsel von: Heben und Senken; Lauter + Leiser; Langsamer + Schneller
Das wichtigste Mittel sind Pausen. Abschnittspausen strukturieren und akzentuieren die Gedanken des Redners in sinnvolle Einheiten und erleichtern gerade dadurch dem Publikum das Verstehen. Eine Spannungspause steht nach einem betonten Wort und dient der Betonung und Hervorhebung. Spannungspausen sind kurz, die Atmung wird kurz angehalten und dann mit der Ausatmung die nächste Sequenz gesprochen.

Deutliches Sprechen reguliert das Sprechtempo von alleine. Werden jeder Laut und alle Buchstaben und Endsilben ausgesprochen, ist die Sprechgeschwindigkeit angemessen! Eine angemessene Sprechgeschwindigkeit fördert das Verstehen auf Seiten der Zuhörenden. Angemessene Sprechgeschwindigkeit fördert die innere Sicherheit und wirkt souverän - der Sprecher hat es nicht eilig, hektisch und nervös zum Ende zu kommen.

Sprachliche Merkmale

  • Satzbau: kurze Haupt- und Nebensätze; → Hauptsachen in Hauptsätze
  • Wortwahl: differenziert + präzise; kaum Fremdwörter; → Verben statt Substantive
  • Sprach-Stil: Anschaulich + sachlich-konkret + aktiv statt passiv
  • Satzkonstruktionen durch Pausen strukturieren.
  • Blickwinkel verändern und Problem / Thema / Gegenstand neu fokussieren.
6.1 Vorsicht bei der sprachlichen Formulierung

Bei den meisten Menschen schleichen sich im Laufe der Jahre Redewendungen und Floskeln ein, die sie selber nicht reflektieren. Auch dem beruflichen, privaten, sportlichen Umfeld passen sich die meisten Menschen an, indem sie ihren Sprachgebrauch anpassen. Doch Vorsicht: was der eine unreflektiert und floskelhaft gebraucht und als Jargon versteht, kann für den anderen verletzend sein.

Insbesondere Frauen reagieren empfindlich auf Verallgemeinerungen. Hingegen überhören Männer gerne die von Frauen oft benutzten einschränkenden Formulierungen wie: "Vielleicht sollten wir mal..."; "ich glaube, der Bericht müsste noch..."

REIZWORTEVERALLGEMEINERUNGEN
Sie müssen...Es besteht ja wohl Einigkeit...
Sie sollen...Das ist natürlich eine völlig unzulässige...
Sie dürfen auf keinen Fall...Darüber brauchen wir gar nicht zu reden...
...trotzdem muss ichGenerell ist in diesem Streitfall...
...dennoch besteht überhaupt kein AnlassKein vernünftiger Mensch würde...
...aber wie Sie ja wissen 

6.2 Zwischenrufe

Nicht alle Zwischenrufe sind Ausdruck eines ehrlichen Interesses am Inhalt - und können deshalb auch kurz, knapp und freundlich beantwortet werden. Möchten Sie keine Nachfragen während des Vortrages, so sagen Sie das bitte im Einleitungspart der Präsentation ("Im Anschluss an den Vortrag beantworte ich gerne Ihre Fragen / können wir diskutieren / stehe ich Ihnen für alle Fragen zur Verfügung").

Hin und wieder haben Redner mit Zwischenrufen und Störern zu rechnen, deren Zwischenrufe sind nicht motiviert durch Interesse am Thema, sondern sie wollen provozieren. Es ist nicht ratsam, Provokationen mit Provokation zu beantworten, weil man sich dann auf die Reaktionsstufe des "Angreifers" stellt. I.d.R. verlieren ehrbare Leute, wenn sie sich auf die Stufe des billigen Provokateurs begeben.

Deshalb mein Rat: begegnen Sie Provokationen nicht mit Provokationen, bleiben Sie vielmehr sachlich, verweisen Sie auf die Diskussionsrunde am Ende des Vortrages; isolieren Sie den Sprechenden, indem Sie deutlich machen, dass die Mehrheit des Publikums sich gestört fühlt etc. Wie erkennt man Provokationen und störende Zwischenrufe? In der nachfolgenden Liste sind einige provokante Zwischenrufe und Erwiderungen aufgeführt (seien Sie nicht erstaunt, wenn Sie Formulierungen aus Ihrem beruflichen Alltag finden).

Beispiele provozierender Äußerungen

  • Stellen Sie sich doch einmal vor...
  • Was würden Sie denn sagen, wenn...
  • Was meinen Sie wohl, was geschieht, wenn...
  • Sind Sie sich da wirklich sicher?
  • Wollen oder können Sie mir keine klare Antwort geben?
  • Als Vorgesetzter kann ich Ihnen nur raten...
  • Schade, ich hätte gedacht, auf Sie könnte man sich verlassen!
  • Sie müssen mir doch zugeben, dass...
  • Sie haben mich völlig falsch verstanden, wenn Sie behaupten...
  • Also wenn Sie mir das weis machen wollen...

TIPP: Regel für Frauen: Benutzen Sie aktive Formulierungen und vermeiden Sie Einschränkungen; die Stimme geht am Satzende runter, nach dem Punkt erfolgt eine (Atem)-Pause!

Männer: wenn sie mit Frauen sprechen, verwenden Sie die Frageform. Gewöhnen Sie sich an, nachzufragen, einschränkende Formulierungen zu benutzen (Sprechöffner bei Frauen).


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